Exantis

Exantis ist ein sehr kleines Dorf. Anfang der neunziger Jahre wohnten etwa 100 Personen im Dorf. Heute sind es nur etwa 50-60 Personen, die permanenten Wohnsitz hier haben. Und wie so viele andere kleine Dörfer auf Kreta ist Exantis bedroht durch die Tatsache, dass viele junge Menschen nach die Städte kehrt, wo Beschäftigungsmöglichkeiten besser sind und den Zugang zu modernen Annehmlichkeiten einfacher ist.

Das ganze Dorf liegt um ein kleines Kreuz. Es gibt eigentlich nur drei Straßen und ein paar kleinere Gassen. Das Dorfzentrum ist ein kleiner Platz, wo ein paar Maulbeerbäume Schatten bieten im Sommer. Gegenüber liegt Taverna Maria, die Treffpunkt für die Dorfbewohner ist. Früher gab es drei kafeneion (Kaffeehäuser) in das Dorf. Einer von ihnen, (die geschlossen wurde, als Taverna Maria gebaut war), lag hinter der blauen Tür bei dem kleinen Platz. Es war auch hier, dass das gemeinsamen Telefon des Dorfes war, bis es irgendwann in den 1980er Jahren häufiger wurde für jeden Haushalt seine eigene Telefon zu haben.

Exantis Schafe in der Straße

Wenn Sie vor der Taverna Maria stehen, Richtung West sehen und die erste (und einzige) Weg rechts vom Platz nehmen, werden Sie nach wenigen Metern ein weißes Haus mit grünen Fensterläden auf der linken Hand erreichen. Es gibt hier ein kleines Tor, und wenn Sie dort rein gehen finden Sie die Ruinen einer alten Ölmühle. Die Ölmühle ist vermutlich mehrere hundert Jahre alt. Die Mühle war bis zu den 70er Jahren noch im Gebrauch.

Es gibt zwei Kirchen in Exantis. Die neue und die alte. Die neue Kirche liegt an der Straße nach Melidoni. Es wurde 1989 errichtet zu Ehren des Heiligen Kyprianos. Bei den Weg zur Kirche sieht man eine runde Steingebäude. Es wurde kürzlich renoviert und sieht aus wie eine kleine minoische Tholosgrab.Es ist aber ein Kalkofen. Ein Kalkofen wird verwendet, um Branntkalk durch das Brennen von Kalkstein zu produzieren. Es war früher eine weit verbreitete Nebenerwerb für viele der Einwohner von Exantis. Der Kalkstein wurde auf Esel nach Bali und von dort per Schiff auf nach Heraklion transportiert.

Die alte Kirche in Exantis

Die alte Kirche wird jetzt nur noch für Beerdigungen genutzt. Es liegt etwas außerhalb des Dorfes auf der Straße zu Achlades. Es ist auch hier, wo der Friedhof des Dorfes liegt. Die Kirche, die an "Panagia" (Jungfrau Maria) gewidmet ist, ist sehr schön in 2010 restauriert geworden. Vor der Kirche steht ein sehr alte, hohle Olivenbaum, die angeblich früher als Beinhaus verwendet wurde.

Die Einwohner von Exantis

Vormittag an die Taverna Maria

Wie es der Fall in vielen Dörfern auf Kreta ist, gehört die Einwohner zu wenigen große Familien oder Klans. In Exantis stieg etwa zwei Drittel die derzeitigen Bewohner aus zwei Familien. Infolgedessen haben viele den gleichen Nachnamen. Und da es die Sitte auf Kreta ist, dass der älteste Sohn nach seinem Großvater benannt wird, gibt es auch viele, die den gleichen Vornamen haben. Derzeit haben zum Beispiel sechs Personen genau das gleiche Name. (Es ist 10% der gesamten Bevölkerung!) Es kann recht verwirrend sein, warum die Verwendung von Spitznamen weit verbreitet ist. So weit verbreitet, dass mann auf einige der Sarkophage des Friedhofs die Spitznamen unter die richtige Namen geschrieben hat.

Im Gegensatz zu vielen anderen Stellen auf der Nordküste Kretas ist Exantis vom Tourismus nicht beeinflusst. Hier ist es vor allem die Landwirtschaft in das kleine Tal dass das Dorf umgibt, die die Menschen beschäftigt. Erster Stelle steht Oliven, aber auch Zitrusfrüchte, Wein und verschiedene Gemüse.

Der Name Exantis.

Nach lokaler Überlieferung bekam das Dorf seinen Namen nach dem Aussehen auf eines der nahen Berge nahe des Dorfes. Vom Meer aus gesehen gleicht der Berge einen Sechskant.(ein sogenannter 'exantas' auf griechisch) und Seefahrer benutzten den Berg zur Ortung, wenn sie diesen Teil Kretas Küstlinie passierten.

Eine andere Geschichte erzählt, dass das Dorf seinen Namen bekam, weil in der Gegend gewöhnlich sechs Familien wohnten- andere meinen weil dort sechs Dörfer lagen. Darum soll der Name vom Wort 'exi' herrühren, 'exi' bedeutet sechs auf griechisch.

Keine der Erklärungen scheint durchaus zufriedenstellend zu sein. Der Berg, der die Stadt benannt werden sollte, ist nicht als 'Exantas' aber einfach als 'der Spitze' bezeichnet. Und es wäre etwas merkwürdig, wenn die Stadt aber nicht den Berg den Namen gehalten hatte. Und 'exi' würde nur das Präfix in den Namen der Stadt erklären - nicht aber der Rest des Wortes.

Stattdessen kann mann ein wenig in der Zusammensetzung den Namen graben. 'Exantis' finden mann nicht in modernen griechisch, aber ein alter Wörterbuch von 1830 gibt einer Erklärung. Das Präfix 'ex' bedeutet 'ab', 'weg' oder 'außen'. Und der letzte Teil des Namens 'antis' kommt von dem Wort 'ati', die 'Unfall', 'Verletzung', oder 'schlecht' bedeutet. Ati ist ursprünglich der Name einer griechischen Göttin, die das Böse oder Unfall verkörpert.

Und so erklärt es der Name des Dorfes. Exantis bedeutet 'ab vom Bösen' - das ist 'ein friedlicher Ort'. Wenn die Erklärung richtig ist, sollte Exantis zuvor etwas, das ein wenig näher auf die Bedeutung ist, genannt gewesen - und das ist genau der Fall. Das erste Mal Exantis in einer schriftlichen Quelle erscheinen ist in einem türkischen Volkszählung aus 1671. Und hier heißt das Dorf 'iks-ati'.

Eine Website mit weiteren Informationen (in englischer Sprache) über Exantis finden Sie hier.